Stadt- und Kulturring Neuffen e.V.

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Neuffen und Umgebung im 17. Jahrhundert

 

Daß Neuffen im 17. Jahrhundert von fremden Soldaten eingenommen, geplündert und gebrandschatzt wurde, dürfte manchen Neuffenern bekannt sein. Daß dies am 7. September 1634 geschah, werden nur ganz wenige wissen. Was die einheimische Bevölkerung und die Bewohner der zum Herrschaftsbereich gehörenden Gemeinden damals und in den 30 darauf folgenden Jahre zu ertragen hatte, soll hier exemplarisch dargestellt werden.

Die nachfolgenden Zitate sind den direkt dazu angegebenen Publikationen entnommen bzw. stammen aus der Sammlung des Stadtmuseums Neuffen.Die statistischen Daten sind den beiden folgenden Büchern des Kohlhammer-Verlags entnommen:Das Herzogtum Württemberg zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges im Spiegel von Steuer- und Kriegsschadensberichten 1629 - 1655: Materialien zur historischen Statistik und Das Herzogtum Württemberg zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges im Spiegel von Steuer- und Kriegsschadensberichten.

 Die Zitate sind i.a. halbfett kursiv geschrieben, bzw. durch An- und Abführungszeichen markiert. Gerd Güttler, Stadt- und Kulturring Neuffen

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Die Sage vom Blaumännle von der Neuffener Steige


Güldener Neuffen IMG 7441 MediumAuf Neuffens Markung befinden sich zwar nur noch wenige Getreidefelder, aber das reife Getreide will dennoch geerntet werden. War dies einst mühevolle, schweißtreibende Handarbeit, so erledigt dies heute der Mähdrescher im 10. Teil der Zeit. Zudem ist unser Ort von Streuobstwiesen umgeben - noch. Doch das Pflücken oder Auflesen der süßen Früchte ist eine Arbeit, die kaum noch jemand verrichten will und die auch noch schlecht entlohnt wird. Wenn man sich dies überlegt, kommt einem immer im August, wenn die Zeit der Ernte näher rückt, unwillkürlich eine Geschichte aus uralten Zeiten in den Sinn: die Sage vom Blaumännle. Deshalb sei sie hier erzählt.

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Der Schäferverein Hohenneuffen-Teck

schafherdeAm 25. März 1990 wurde der Schäferverein Hohenneuffen-Teck im Naturfreundehaus in Neuffen gegründet. 25 Schäferinnen und Schäfer waren bei der Vereinsgründung dabei. Eine ähnliche Anzahl Schafbegeisterter hatte sich von 1988 an regelmäßig bei Stammtischen getroffen. Eingetragener Verein ist der Schäferverein seit 1998. In der Zwischenzeit kommen die Mitglieder aus 33 Gemeinden der Umgebung, mehrheitlich aus den Landkreisen Reutlingen und Esslingen.

Bei der Gründung gab man sich eine Satzung, die im Wesentlichen folgende Aufgaben des jungen Vereins beschreibt: Förderung der Schafzucht und Pflege der Schäferkameradschaft, die gegenseitige Unterstützung bei der Schäferei, den Erhalt der Schäfertraditionen und die fachliche Weiterbildung der Mitglieder. Der Neuffener Erwin Kolb war der erste Vereinsvorsitzende, Rainer Wagner aus Esslingen löste ihn für ein Jahr ab. Dann übernahm Walter Hartlieb (Balzholz) dieses Amt und behielt es für 13 Jahre. Von Beginn widmete sich der Neuffener Dieter Jäger der Aufgabe des ehrenamtlichen Geschäftsführers und halste sich damit freiwillig die meiste Arbeit der Organisation des Vereins auf.

Dafür gab es immer wieder Wechsel beim stv. Vorsitzenden, den Beisitzern und beim Kassenwart. Hier waren im Laufe der Jahre Heinz Falter (Neckarhausen), Albert Weber (Wernau), Hans Strohsacker (Neuffen), Rudi Birkmaier, Willi Pernesch (Neuffen), Rudi Handel (Linsenhofen), Rolf Fritz (Neuhausen-Metzingen), Charly Pfeiffer(Wendlingen), Karl Krieg (Beuren) und Eberhard Lang(Reutlingen) aktiv. Dieter Jäger ist seit einigen Jahren 1. Vorsitzender und Geschäftsführer in Doppelfunktion, sein Stellvertreter heißt Albert Weber (Wernau), die Kasse führt Rudi Handel (Neuffen). Der Vorstand/Ausschuß des Schäfervereins besteht aus dem 1. Vorsitzenden Dieter Jäger, dem 2. Vorsitzenden Albert Weber, Jörg Schnerring, Hans Hepperle, Rudi Handel, Werner Fuchs, Wolfgang Schmid und Daniel Ungaro.

Hier noch einige aktuelle Zahlen und Daten: Zahl der Mitglieder 72, Mitgliedsbeitrag jährlich 12 €, Ehefrauen 6,--€ . Der Verein ist korporatives Mitglied beim Landesschafzuchtverband Baden-Württemberg e.V. Wir freuen uns immer über neue Mitglieder, am meisten über die, die dann auch am Vereinsleben teilnehmen und gegebenenfalls auch bei Veranstaltungen oder im Ausschuß mitarbeiten.

merinoschafeBesondere Höhenpunkte des Vereinsjahres sind die Ausflüge, ein- und auch 2-tägig, meist in den süddeutschen Raum, und die gut besuchten Hofstammtische, bei denen sich die ausrichtenden Mitglieder viel Mühe machen, so daß diese Veranstaltungen oft erst am späten Abend ein Ende finden. Die Besuchsfahrten zu anderen Schäfervereinen sind besonders beliebt, so zu den Schäfervereinen Alb-Zollern und Rhein-Neckar.

Eine mehr soziale Aufgabe übernehmen Vereinsschäfer mit der jährlichen Wollesammlung, die immer mehr Zu-spruch findet und die auch die Möglichkeit bietet, die Geselligkeit zu genießen und das kärgliche Wollegeld gleich wieder in einem Vesper anzulegen.

An jedem 3. Advent war bis vor kurzem Großeinsatz beim Neuffener Weihnachtsmarkt. „Im Zwinger" fand man das originelle Schäferhäuschen mit angeschlossener Wärmestube. Enorme Mengen Schafwurst, Schafrote und Glühwein wurden an eine treue Stammkundschaft abgesetzt. Auch an den Schäfertagen im benachbarten Beuren beteiligt sich der Schäferverein mit einem Bewirtungsangebot aus Lamm und mit Schafen bei der Rasseausstellung.

wollvermarktungRegelmäßig lädt der Verein zu Fachvorträgen mit dem Schafherdengesundheitsdienst mit Frau Dr. Bürstel über die Gesunderhaltung der Schafe ein. Zu aktuellen Themen, wie Haftungsfragen, Bestandsverzeichnis, Transportbe-stimmungen, Arzneimittelaufzeichnungen, werden von Zeit zu Zeit Infoabende veranstaltet.

1997 erhielt der Schäferverein durch eine überaus großzügige Geste von Gemeinderat und Verwaltung der Stadt Neuffen ein ehemaliges Lagerhaus für Baumaterialen zur Pacht. Der Verein renovierte das Anwesen und stellte es als „Schafhaus" vor. Seither ist die Anlage bei der städt. Sporthalle Zentrum der jährlichen Außenaktivitäten. Im Haus werden die Wolle, Futtermittel und die zahlreichen Gerätschaften des Vereins, darunter 2 Klauenpflegestände, gelagert.

Die Heimat des Vereins ist eine der schönsten Gegenden Deutschlands; rund um die mächtige Burgruine Hohen-neuffen und die Burg Teck am Rande der Schwäbischen Alb, südlich von Stuttgart. Seit Januar 2008 erstreckt sich das Biosphärengebiet Schwäbische Alb über die Heimatorte der meisten Vereinsmitglieder des Schäfervereins Hohenneuffen-Teck e.V. Es bleibt abzuwarten, wie und ob sich die Schäfer hier einbringen können.

weihnachtsmarkt streichelzooVom April bis in den November hinein werden hier am Albrand die Schafe in Koppeln und Elektrozäunen auf meist kleinen Parzellen gehalten (ein Überbleibsel der berühmt-berüchtigten württembergische Erbteilung), dann geht es bis zum Frühjahr in den Stall. Nur die Halter großer Herden praktizieren die Hütehaltung, im Sommer auf der Schwäbischen Alb und im Winter in den Tälern des Neckarvorlandes. Die oft steilen Hänge vor der Alb lassen für Volllandwirte meist keine rentable Nutzung im Ackerbau und in der Rinderhaltung zu, so dass der Schafhaltung eine wichtige Aufgabe in der Landschaftspflege zufällt. Leider geht die Schafhaltung aus den verschiedensten Gründen kontinuierlich zurück. Das manifestiert sich u.a. auch an der Zahl der Tiere in Baden-Württemberg, die allein in den letzten Jahren von 290.000 auf 220.000 zurückging - und dieser Trend hält an! 

© für alle Fotos dieser Seite: Schäferverein Hohenneuffen-Teck e.V.