Stadt- und Kulturring Neuffen e.V.

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Wetter Neuffen

„Soweit Gottfried die Füße trugen . . .“

GD Gottfried-DenkmalDas waren die ersten ernüchterten Worte des 1. Vorsitzenden des Stadt- und Kulturrings Neuffen, nachdem er seine Fassung einigermaßen wiedergefunden hatte. Von ungläubigem Staunen über eine allgemeine Resignation bis zu unbändiger Wut reichten die Reaktionen nicht nur der Mitglieder des Stadt- und Kulturrings sondern auch vieler Neuffener Einwohner ob dieser frevelhaften Tat. In der Tat war das, was sich am Mittwoch-Nachmittag ereignet hatte, nur noch mit einer großen Portion Sarkasmus zu ertragen:
Das Denkmal von Gottfried, dem berühmtesten Neuffener, war vom Sockel gestoßen, und der einstmals so stolze Minnesänger lag ziemlich derangiert neben dem Ort, auf dem er vormals so vornehm und melancholisch zugleich gethront hatte. 
 
Der traurige Rest
 
Rund 800 Jahre hatte Gottfried still in sich geruht, dabei weltweit geachtet und weiterwirkend durch seine Lieder in der Manesseschen Liederhandschrift, charakterisiert durch seine idealisierte Abbildung in diesem einzigartigen Werk, dem „schönsten Buch der Welt“. Oftmals kopiert und in zahlreichen Publikationen abgedruckt, ist er auch im Internet für jeden abrufbar. Ihm zu Ehren ziert ein Glasfenster mit der Abbildung aus der „Manesse“ den Rathaussaal. Dann war er, dank der großartigen Aktion des Stadt- und Kulturrings heimgekehrt in „sein“ Neuffen und hatte auf dem Kelterplatz einen ihm und seinem Ruhm adäquaten Standort gefunden, etwas abseits des Verkehrslärms, aber direkt unter seinem wahrscheinlichen Geburtsort, der Burg seines Vaters, dem Hohenneuffen.
Doch in Neuffen, das er sicherlich nicht nur in seiner Kindheit und Jugend sehr oft besucht hatte, verblieben ihm nicht einmal 10 Jahre, mit seinem sinnenden Blick Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu überdenken. Dann kam sein unerwartetes und schmähliches Ende. 
Ob er an diesem Standort noch eine Zukunft haben wird? Das müssen die Verantwortlichen des Vereins nun überdenken. Denn zunächst ist fraglich, ob der wertvolle Bronzeguß überhaupt repariert werden kann. Dann will die Behebung des Schadens erst einmal finanziert sein. Die Polizei sprach in einer ersten vorsichtigen Schätzung von Kosten in Höhe von zwei- bis dreitausend Euro. Und schließlich ist dieser Vorfall leider nicht der erste seiner Art. Erinnert sei z.B. daran, daß der in einer Nische an der Mauer des Notariatsgebäudes  über die Neuffener wachende Neuffener Esel, das Sinnbild und Wahrzeichen der Neuffener schlechthin und damit eigentlich sakrosankt, schon Ziel von Aggressionen war. Oder daran, daß die Mauer des Großen Hauses beim Ludwigstörle schon einigemale mit Kreide und Spraydose beschmiert wurde. Noch schlimmer die mit beinahe unschöner Regelmäßigkeit festzustellenden Angriffe auf eines der ältesten und schönsten Denkmale Neuffener Kunst, den Ölberg von 1504 an der Südseite der Martinskirche. Immer wieder wurde und wird er verunreinigt, durch Stein- und Flaschenwürfe teilweise zerstört, oder es werden gar durch das Herumklettern Teile abgebrochen und die Bemalung abgetreten! Da nützt selbst das Schutzgitter wenig!
Dabei sollte es doch eigentlich für alle Neuffener Bürger, egal ob jung oder alt, ob Angehörige alter Neuffener Familien oder „Reig’schmeckte“, ob an Geschichte interessiert oder nicht, eine Ehre und Aufgabe für jeden einzelnen sein, Jahrhunderte altes kulturelles Erbe zu bewahren und für nachfolgende Generationen weiterhin sichtbar und damit erlebbar zu machen. Schließlich hat Neuffen ein großartiges Erbe, im Gegensatz zu manch kleinerem Ort und sogar zu manch größerem Städtchen, die für derartige Schätze in ihren Mauern dankbar wären, wenn sie diese denn nur hätten! Hier muß unbedingt ein Umdenken nicht nur bei übermütigen Kindern und gelangweilten Jugendlichen einsetzen, sondern auch bei den Erwachsenen, die ein solches destruktives Verhalten nicht tolerieren dürfen.
 
Neuffen ist ein so lebens- und liebenswertes Städtchen, in dem zu leben es sich lohnt. Tun wir alles dafür, daß es ein solches bleibt! Lassen wir es nicht zu, daß durch solche unsäglichen Aktionen neue, unnötige Probleme geschaffen werden!
 
Die Vorstandschaft des Stadt- und Kulturrings Neuffen e.V.

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