Stadt- und Kulturring Neuffen e.V.

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Stammbaum der Herren von Neuffen und wichtigste Vertreter

Sinnender GottfriedDer Minnesänger Gottfried von Neuffen, damals „Gotfrit von Nifen" genannt, enstammt einem bedeutenden Freiadelsgeschlecht: 

Der Stammbaum der Herren von Neuffen geht auf eine Arbeit von Hans-Martin Maurer zurück, der sich erstmals eingehender mit den Wurzeln der hochadeligen Familie derer von Neuffen befaßt hat.

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stammbaum

Er zeigt die Ursprünge der Neuffener auf, die auf ein Adelsgeschlecht aus Obersulmetingen zurückgehen. Unter Berthold von Sulmetingen-Böhringen-Sperberseck wird die Burg Sperberseck oberhalb des Dontales erbaut. Sulmetingen ist heute ein kleiner Ort südlich von Ulm. Dessen Sohn Manegold von Sulmetingen-Nyfen gilt als Erbauer des Hohenneuffen. 

Berthold d.Ä. der Sperbersecker Linie war 1092 schwäbischer Bannerträger, sein Sohn Berthold d.J. unternahm um 1135 eine Jerusalemreise. Die Kinder Mangolds waren Egino (Comes de Niphan), Machtilt (de Nipihn), Ulrich und Leutfried. Ob der von 1160 bis 1222 urkundlich bezeugte Berthold von Weißenhorn-Neuffen ein Sohn oder Enkel des letzteren war, bleibt ungewiß. Auf alle Fälle war der als »Graf« bezeichnete Berthold ein herausragender Vertreter seines Geschlechts. Zu seinem Ansehen maßgeblich begetragen hatte seine Heirat mit Adelheid von Achalm-Gammertingen-Hettingen, einer Nachfahrin der Grafen von Achalm-Gammertingen und der Grafen von Dillingen, die ihm nicht nur Besitz der Grafen von Achalm/Gammertingen, sondern auch Reputation am Kaiserhofe eingebracht hatte. Durch seine Bildung und sein Auftreten gelang es ihm, dieses Ansehen weiter zu mehren. Seine Kinder hießen: Heinrich, Berthold, Mathilde, Adelheid und Albert. Letzterer war der Begründer der bayrisch-schwäbischen Linie der Neuffener. Seinem Sohn Berthold gelang, was der Neuffener Linie immer verwehrt blieb: durch Heirat mit einer Erbin der Grafen von Marstetten erhält er den Grafentitel. Sein Sohn Gottfried war Pfarrer in Weißenhorn und seit 1305 Domkapitular in Augsburg, sein Enkel Berthold von Graisbach-Marstetten Generalprokurator von Bayern und Reichsstadthalter. Da er keinen männlichen Nachkommen hatte, starb mit ihm die bayrische Linie aus. Anna, eine Tochter, ehelichte Herzog Friedrich, den Enkel des bayrischen Kaisers.

Der bedeutendste Vertreter der Schwäbischen (oder Neuffener) Linie war der als »Comes« titulierte Heinrich I. Er heiratete Adelheid von Winnenden, wodurch er zu nicht unbeträchtlichem Gebietszuwachs kam (Winnenden, Rohrdorf, Güglingen) und war für ein Jahr Regent von Schwaben. Er gilt als der Erbauer der Burg Blankenhorn (bei Ochsenbach hinter Ludwigsburg). Er nahm eine einflußreiche Stellung am kaiserlichen Hofe ein. Denn er hatte, gemeinsam mit Graf Anselm von Justingen, den jungen Friedrich, den späteren Kaiser, quer durch Italien und über die Alpen nach Deutschland geholt. Sein Bruder Berthold war Viztum zu Trient (1208), königlicher Protonotar (1212), Probst zu Speyer (1215) und endlich Bischof von Brixen (1217 – 1224); seine Schwester Mathilde Äbtissin des Stifts Obermünster in Regensburg. Die Gatten einer weiteren Schwester Adelheid stammten aus angesehenen Familien: in erster Ehe war dies Graf Konrad von Heiligenberg, in zweiter Ehe Graf Gottfried von Sigmaringen-Helfenstein. Eine nicht näher bekannte Schwester war die Ehefrau des Grafen Heinrich II. von Wartstein.

Die Kinder Heinrichs I. waren: Heinrich II., Gottfried, der MInnesänger, Adelheid, Leukardis und Juta. Unter Heinrich II. wurde Neuffen (um 1232) zur Stadt erhoben. Ihm gehörten Neuffen und Winnenden, während sein Bruder Gottfried Güglingen mit Blankenhorn geerbt hatte. Adelheid heiratete erneut einen Uracher, den Grafen Egino V. von Urach und Freiburg, Juta ehelichte Graf Schenk von Winterstetten, der nach Heinrich I. vom Kaiser ebenfalls zum Regenten von Schwaben ernannt wurde.

Die Kinder Heinrichs II. waren Albert, Berthold, Luitgard sowie eine namentlich nicht bekannte Tochter, die von Gottfried Rudolf und Maria. Da Berthold (verheiratet mit Richinza von Löwenstein) und Rudolf (verheirat mit Elisabeth von Stratenberg), die beiden Vettern, keine männlichen Nachkommen hatten, starb mit ihnen zum Ende des 13. Jahrhunderts die schwäbische Linie aus. Damit war ein hochadeliges Geschlecht erloschen, das mit seinen führenden Vertretern Berthold und Heinrich I. die deutsche – und damit die europäische Politik durch das Auftreten am kaiserlichen Hof eine zeitlang mitgeprägt hatte.

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